Die posttraumatische Belastungsstörung

Opfer leiden an heftigen Erregungszuständen, an außergewöhnlicher seelischer Angespanntheit und vielfältigen seelischen Erkrankungen. Oft ist auch die Affektregulation gestört.

Freudlosigkeit, Enttäuschung, Angst, Panik, Bedrücktheit, Traurigkeit und enormer Seelenschmerz bilden die Grundlage für eine schwere Depression. Oft ist Gereiztheit beteiligt. Man verliert schnell die Nerven, nichts geht mehr.

Opfer leben mit immer wieder kehrenden Suizidgedanken, oft kommt es auch zur Ausführung des Suizids. Opfer sind die häufigsten Suizidfälle. Sie können mit der Vergewaltigung nicht mehr leben und werden damit nicht fertig.

Opfer verstümmeln und verletzen sich selbst. Sie verkraften den enormen Druck nicht. Aufbrausende oder äußerst unterdrückte Wut wechselt sich mit zwanghafter oder extrem gehemmter Sexualität ab. Die Sprachlosigkeit ist groß. Lieber sterben als reden! Die soziale Verarmung nimmt ihren Lauf. Der Akku ist ausgebrannt.

Durch den Schock der Vergewaltigung leiden die Opfer an einer erheblichen Bewusstseinsveränderung. Eine über alle Maßen hinaus reichende Gedächtnisstörung und Auflösung des Bewusstseins sind die Folgen der traumatischen Erlebnisse. Liegt eine Persönlichkeitsstörung vor, muss sich das Opfer eine neue Identität erarbeiten. Das traumatische Geschehen wiederholt sich immer wieder und es wird zur ständigen grüblerischen Beschäftigung.

Gestörte Selbstwahrnehmung, darunter Ohnmachtsgefühle, Lähmung jeglicher Initiativen und Aktivitäten sind ebenso die Folge. Des weiteren leiden die Opfer an Scham- und Schuldgefühlen, Selbstbezichtigungen, Gefühle der Beschmutzung und das Gefühl seelisch verwundet zu sein. Opfer müssen sich auch mit der Stigmatisierung auseinandersetzen. Als Opfer bist du, nach Meinung der Gesellschaft, ein Leben lang gebrandmarkt. Opfer fühlen oft, dass sie außerhalb ihres Körpers sind und neben sich stehen. Es kommt noch das Gefühl hinzu, anders zu sein als die Anderen. Leider hat das erhebliche Identitätsstörungen zur Folge. Opfer glauben niemand könne sie verstehen und ziehen sich in ihre eigene Welt zurück. Manche Opfer nehmen eine nichtmenschliche Identität an.

Hinzu kommt noch eine gestörte Wahrnehmung zum Täter. Idealisierung und Rachegefühle wechseln sich ab. Ständiges Nachdenken und unrealistische Einschätzung des Täters geben ihm Macht.

Opfer haben oft eine stark ausgeprägte Dankbarkeit. Beziehungsprobleme beinhalten Isolation, sozialen Rückzug, Beziehungsunfähigkeit, Misstrauen und Unfähigkeit zum Selbstschutz.

Liegt ein Verlust fester Glaubensinhalte, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung vor, läuft das Leben aus dem Ruder und nichts geht mehr. Hier wird eine Veränderung des Wertesystems notwendig. Die Aufarbeitung ist lebensnotwendig.


WIR SCHAFFEN ES.

20.11.2008

momagi_schriftzug